Patrozinium & Altarretabel

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Das Patrozinium der Kirche ist das der Schmerzhaften Mutter Gottes – S. Maria della Pietà. Es wird durch die Bruderschaft am 15. September in einem festlichen Gottesdienst begangen. Die Pietà-Darstellung bildet das Zentrum des Erzbruderschaftswappens.

 

Die Schmerzhafte Mutter Gottes steht auch im Zentrum des heute fünfteiligen Retabels, das von Anfang an den Altarraum schmückt; wenige Monate nach der Weihe der Kirche wurde es hier aufgestellt. Die auf den Tafeln dargestellten Bildthemen spiegeln Grundverständnis und Anliegen der Bruderschaft und begleiten die Glaubensgemeinschaft des Campo Santo Teutonico seit fünf Jahrhunderten durch die Liturgie des Kirchenjahres: Im Zentrum steht die in tiefer Trauer über den toten, vom Kreuz abgenommenen Gottessohn gebeugte Mutter – die Pietà. Der gekreuzigte Leib Christi – zugleich Hinweis auf seinen eucharistischen Leib – wird dem Betrachter auf einem gespannten Leintuch gezeigt, ja geradezu dargeboten. Vor allem Klage und Schmerz des Todes werden vor Augen geführt. In den beiden Grabträgern – Josef von Arimathäa und Nikodemus – ist die dem Campo Santo Teutonico seit Anbeginn zentrale karitative Aufgabe der Totenbestattung und des Totengedenkens vergegenwärtigt.

In geschlossenem Zustand zeigte der Flügelaltar ursprünglich die „Anna Selbdritt“ und die „Begegnung an der Goldenen Pforte“ als Verweise auf die Unbefleckte Empfängnis Mariens als Hochfest und Patrozinium der Erzbruderschaft. Im geöffneten Zustand war die Beweinung des toten Christus zentral und in den Seitenflügeln die Apostelfürsten und Schutzpatrone Roms Petrus und Paulus dargestellt, deren Gräber Ziel jedes Rompilgers sind, dann Jakobus der Ältere, der Patron der Pilger, und Johannes der Täufer, der auf das Geschehen im Mittelbild zeigt. Gegenwärtig sind damit nicht nur Klage und Schmerz, sondern auch Gottes Heilsplan und damit die Hoffnung auf die Auferstehung und die Erlösung von Sünde und Tod durch den Opfertod des Gottessohnes.

 

Der oder die hochkarätigen Maler der Tafeln sind leider nicht überliefert. Sie verschmelzen nordländische Einflüsse und italienische Kunstlandschaft auf harmonische Weise miteinander und spiegeln damit authentisch die deutschrömische Realität, aus der sie erwachsen sind. Ursprünglich war der Altar dreiteilig und die beiden Flügel auf beiden Seiten bemalt. 1705 wurden die seitlichen Tafeln auseinandergesägt. Die heutige starre Aufstellung der nunmehr fünf Tafeln geht auf das Jahr 1975 zurück.

 

„Es gehörte zu diesem Friedhof das Bild der mitleidenden Mutter, der mütterlichen Güte, die auch im Tod ein Licht des Trostes bleibt, deren Güte durch die Nacht des Todes hindurch spricht. Maria, die mitleidende Mutter, die den Sohn auf ihrem Schoß trägt, um ihn Gott zu übergeben, wird zum lebendigen Bild der Kirche, die uns gebiert und die uns durch die Nächte des Todes hindurch zum Herrn trägt.“

 Kard. J. Ratzinger, Predigt zur 550-Jahrfeier der Erzbruderschaft am 8. Dezember 2004

 

Gottesdienste-03

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