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22
Nov
2017

Tagung "Päpstlichkeit & Patriotismus"

Der Campo Santo Teutonico - Ort der Deutschen in Rom 1870-1918, Tagung anlässlich des 100. Todesjahres von Anton de Waal (1837-1917)

22 November 2017 16:00 - 25 November 2017 18:00 (Termin in Kalender eintragen)

Campo Santo Teutonico: Aula Papst Benedikt XVI.

 

Die Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes, das Päpstlichen Priesterkolleg und das Römische Institut der Görres-Gesellschaft laden vom 22. bis zum 25. November zur großen Tagung "Päpstlichkeit & Patriotismus" ein. Alle sind herzlich willkommen. Das Römischen Institut der Görres-Gesellschaft trägt die wissenschaftliche Verantwortung für die Veranstaltung. Das Programm wurde von Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel und Msgr. Prof. Dr. Stefan Heid konzipiert. Anlass der Tagung ist der 100. Todestag des Gründungsrektors des deutschen Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico, Anton de Waal (1837-1917).

Anton de Waal war in den ereignisreichen Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg eine Schlüsselfigur des deutschen Katholizismus in Rom. Seit 1868 in der Ewigen Stadt, prägte er von 1872 bis zu seinem Tod am 23. Februar 1917 als Rektor die sog. Deutsche Nationalstiftung am Campo Santo Teutonico. De Waal wusste durchaus um seine führende Position in der „deutschen Kolonie“. Vermutlich hätte er gerade deshalb seine Zustimmung zu einer Tagung gegeben, die anlässlich seines 100. Todestages nicht seine Person in den Mittelpunkt stellt, sondern die Fragen diskutiert, mit denen er sich zeitlebens beschäftigt hat.

Seine Lebensspanne steckt jenen zeitlichen Rahmen ab, in dem der deutsche Katholizismus in Rom in der Spannung zwischen päpstlicher Loyalität und nationaler Integration seinen Weg finden musste.

Am Anfang stand das doppelte Epochendatum 1870/71, markiert durch das italienische Risorgimento mit dem Untergang des Kirchenstaates in Italien und durch die Reichsgründung in Deutschland. Beide Ereignisse drängten den Katholizismus in die Defensive: In Italien schwelte die ungelöste Römische Frage, im Reich tobte der Kulturkampf. Alles war überlagert vom wachsenden Nationalismus, der 1914 in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs führte.

Die Wege und Umwege der deutschen Katholiken in Rom auf der Suche nach ihrem religiös-konfessionellen und ihrem politischen Ort, ihrer kirchlichen und ihrer nationalen Positionierung in den Jahrzehnten zwischen 1870/71 und 1914/18 stehen im Zentrum der Tagung. Die Vorträge setzen den Fokus auf die sog. "deutschen Kolonie" in Rom: Ultramontanismus, Risorgimento, Nationalkatholizismus, Politischer Katholizismus, Lutherische Kirche, Mission, Pilgerhospiz des Campo Santo, Pilgerzüge, Kollegsleben, Nationale Rivalitäten, Modernismus, Schwarzer Adel, Deutsche Schule u.a.

Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Martin Baumeister vom Deutschen Historischen Institut über das Thema "Die Deutschen in Rom und der Erste Weltkrieg". Im Rahmen der Tagung ist eine kleine Ausstellung zur Person Anton de Waals geplant. Das gesamte Tagungsprogramm können Sie weiter unten einsehen und als PDF-Dokument herunterladen.

 

Campo Santo Teutonico: Aula Papst Benedikt XVI.

Via della Sagrestia 17, 00120 Città del Vaticano